Lebendiges Erleben

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    Freude am Garten erhält jung

    Einer der wichtigsten Gründe, einen Garten anzulegen ist für mich, die FREUDE AM LEBENDIGEN.
    Ein Garten reift. Erst ist er jung und ungestüm, entwickelt sich rasant und häufig anders, als seine Bewoh-
    ner sich das vorstellen. In jungen Jahren bringt er eine Fülle wilder Blüten hervor, die mit “erzieherischen
    Maßnahmen” in ihre Grenzen gewiesen werden. Später hat sich ein Gleichgewicht eingestellt, das sich durch
    eine bodenständige Flora und Fauna auszeichnet, die den Rahmen für einige exotische Sonderlinge bildet.
    IM ALTER EINES GARTENS ZEIGT SICH, WAS SICH BEWÄHRT HAT und dauerhaft ist. Nun
    übersteht das Grundgerüst des Gartens manche Anfechtung und ist Hort für ein gelassenes Miteinander
    bewährter Ideen und spontaner “Zwischenfälle”. Die Kunst einen Garten nicht altern sondern reifen zu
    lassen besteht darin, seine Eigendynamik nicht zu unterbinden sondern gefühlvoll zu unterstützen.

    Ein solcher Garten reift wie ein Menschenleben. Er erinnert immer wieder an den Fortgang des Lebens ohne
    Stillstand. In ihm ist immer etwas Raum für neue Ideen und Kreativität - Im Rahmen erlebter Erfahrungen
    und Erkenntnisse. Wer einen Garten mit Freude erlebt, reift und erneuert sich mit ihm. Wer einen Garten
    mit Freude erlebt, bleibt IM HERZEN JUNG UND NEUGIERIG.

    Wilde Tiere” gehören dazu!

    Nicht Löwe und Tiger sondern WESPE, AMSEL, IGEL UND CO. sind gemeint!
    Ein lebendiger Garten ist kein Ausstellungsraum aquarellwürdiger Pflanzenstilleben. Ein lebendiger Garten
    beherbergt auch Tiere, die von und in ihm leben können. Niemand wird ernsthaft etwas gegen Singvögel
    haben - schließlich erfreuen Sie uns mit ihrem Gesang und halten die Schädlingspopulation im Zaum.
    Auch Igel erfreuen sich als Schneckenfresser noch einer relativ hohen Akzeptanz. Wie sinnvoll sind aber
    Wespen, Raupen oder gar Würmer? Sind Maulwürfe, Mäuse und Ameisen nur lästig, eklig oder auch
    nützlich?

    Grundsätzlich hat in einem funktionierenden Garten jede vorhandene Spezies ihre Berech-
    tigung und ihren Lebensraum.
    Viele Tiere halten DAS ÖKOLOGISCHE GLEICHGEWICHT DES GARTENS
    in Schwung! Einige, wie der Maulwurf (er frißt entgegen verbreiteter Meinungen keine Wurzeln ab, sondern ernährt sich vorwiegend von im Boden lebenden Raupen und Maden) sind so stark verfolgt worden, dass sie unter Schutz gestellt werden mußten. In einem lebendigen Garten nimmt keine Population Überhand. Es gibt immer einen sinnvollen Regelmechanismus, der das Gleichgewicht erhält.

    Überreaktionen bei Schädlingsbefall sind ein Eingriff in den ökologischen Haushalt, der mehr zerstört als heilt!
    Wenn ein Strauch in einem Jahr stark von Läusen befallen ist, ist das kein Weltuntergang. Im nächsten Jahr
    kann das ganz anders sein. Für den Fall, daß eine schöne Pflanze dem Befall zu unterliegen droht, gibt es
    natürliche Mittel, die den ökologischen Regelkreis kaum stören. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit über
    verschiedene Anbieter NÜTZLINGE ZUR SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG beziehen, die im Garten
    aussetzt werden und dort solange auf “Beutefang” gehen, bis die Schädlinge vernichtet sind.
    Auch mit pflanzlichen Spritzbrühen kann viel erreicht werden - vielen ist die bewährte Brennnesselbrühe noch
    ein Begriff. Notwendig ist ein Eingriff nur, wo Menschen direkt gefährdet sind. Ein Wespennest direkt an der
    Terrasse, wo die Kinder immer spielen, kann ein solcher Fall sein. Dann ruft man die Feuerwehr, einen Imker
    oder andere Institutionen, welche die TIERE SCHONEND UMSIEDELN, ohne sie zu zerstören.

    Wieviel lebendiges Erleben ginge uns verloren, wenn nicht Insekten von Blüte zu Blüte
    summen würden, wenn wir nicht einen Igel beim Schmatzen belauschen könnten oder
    Raupen sich nicht zu Schmetterlingen entwickelten … ?